Über mich

Die Natur war für mich als Kind nicht nur ein Kraftquell, sie war überlebenswichtig, Nahrung, Heilung, Not lindernd und Not wendend.

Der Wind, die Bäume, das Feuer, der Waldboden, der Regen, der Schnee, auch der Hagel und ein Gewitter, die Tiere, insbesondere die kleinen Krabbler und Geflügelten, die Insekten und der Bach, sie waren für mich meine Spiel-, Vertrauens-, Kommunikations- und Lebens Gefährten.

Die Natur gab mir all das, wozu in der Regel Eltern da zu sein scheinen.

Der Wald, der Waldboden, der Odor von Moos, Laub und Verrottung, die Nation der Bäume und ihre kraftvollen Wurzeln waren meine stolzen Väter. Dort fand ich Schutz und Geborgenheit und Verbundenheit. Dort konnte ich mutig und kühn sein und das Freisein genießen.

Der Bach war meine kosmische Mutter. Im Bach fühlte ich mich umarmt, genährt, gehalten, heil werdend. Der Bach war meine Ärztin, meine Therapeutin, meine Heilerin, meine liebende Mutter.

Wenn ich nach einer Attacke des Großvaters mich in das kühle und heilsam quirlige Wasser 'meines' Baches setzte - verborgen unter dem Brückenbogen -, erfuhr ich Erleichterung, Linderung und Heilung.

Als Kleine konnte ich mit Insekten kommunizieren oder sie mit mir, mit Menschen gelang mir das erst viel später.

Menschen empfand ich in meinen Kindertagen am angenehmsten bei Beerdigungen. Friedhöfe liebte ich von klein an und Beerdigungen auch. Da waren alle so sakral, so andächtig, so elegant, einheitlich dunkel und schwarz und vor allem waren die Plapperlinge so heilsam still. Auf einer Beerdigung verliert der Mensch das Bedrohliche und das Übergriffe, so empfand ich es als Kind.

Oft sass ich als im blickdichten Gras und beobachtete das Treiben der kleinen Tiere, der Insekten, ich liebte sie und sie liebten mich.

Spinnen liebte ich von klein an ganz besonderes und sie liebten mich auch. Ja, eine Spinne konnte ich ganz außerordentlich lieben. Manches Mal bat ich eine Spinne auf meinen Fuss oder auf mein Bein zu krabbeln und dann tat sie es auch. Ich glaube, Spinnen und andere Insekten spüren genau, wenn sie geliebt werden. Wenn sie geliebt werden, ist es ihre größte Gnade dem Menschen zu Diensten sein zu dürfen.

Total gerne sass ich im Wipfel hoher Bäumen und ich liebte es, mich vom Wind wiegen und umfegen zu lassen. Der Wind war für mich so etwas wie ein hehrer Zen Meister, so würde ich ihn heute benennen. Ich wollte stets sein wie der Wind, denn er konnte überall mühelos hin. Er konnte eisig, peitschend und gewaltig sein, aber auch zart, wärmend und umschmeichelnd. Zusammen mit dem Regen war der Wind für mich besonders. Ja, ich liebte als Kind den Regen, ob mit oder ohne Wind, meine Mutter hasste ich, egal bei welcher Witterung.

Die Widerstände gegenüber meiner Mutter lösten sich erst viele Jahrzehnte später. Die totale und bedingungslose Liebe zu meiner Mutter empfing ich eine Woche vor ihrem Tod. Diese Gnade empfangen zu dürfen, war unerwartet und eines meiner größten Geschenke in meinem Leben, wofür ich sehr dankbar bin.

Als Kind waren Menschen für mich unberechenbar, ja manche erschienen mir als Feinde.

Im Laufe meines Grosswerdens lernte ich die Menschen zu beobachten, ihnen gut zuzuhören und ihnen zu vertrauen. Das beste, was ich je gelernt habe, ich nehme vieles nicht mehr persönlich, was andere zu mir sagen oder machen.

Heute liebe ich nicht nur das Alleinsein, heute liebe ich die Menschen, so wie ich als Kind nur die Natur und ihre krabbelnden, schlängelnden und geflügelten Bewohner lieben konnte.

Darüber hinaus wurde mir die Gabe zuteil, die unterschiedlichsten Beweggründe des Menschseins von einem tiefen Inneren heraus zu fühlen, zu 'sehen', zu verstehen, zu erklären und lieben zu lernen. Die Macht von Vergebung und Dankbarkeit ist mir bewusst

Nicht nur gleisend helle, sondern auch dunkle und zerstörerische Gedanken und Gefühle sind mir vertraut, jedoch habe ich gelernt damit konstruktiv umzugehen und sie weniger wichtig zu nehmen.

Meine Erfahrungen in Beziehungen, mit Krankheiten, als Mutter und mit aussergewöhnlichen Bewusstseins Zuständen und Begegnungen sind meine größten Schätze, die mich täglich lehren, fördern und fordern.

Derzeit liebe ich das Zitat von Laotse

'Der vollkommene Mensch passt sich dem Gehabe der Gesellschaft an, ohne sein Selbst zu verlieren.'

Gerade in dieser besonderen Zeit Qualität sind die Herausforderungen extrem mächtig. Sie können einen zu Boden werfen oder das Fliegen lernen.

Kontakte mich, wenn du das Gefühl hast, ich sei eine Bereicherung für Dein Weiterkommen oder Wohlbefinden. Ich bin gerne für dich da.

Deine Karin Weyrich